Freitag, 19. Juni 2009

Frommer Unglaube oder Frieden?

Frommer Unglaube oder Frieden?

Zur Ruhe kommen!?
Wer wünscht sich das nicht?
Lange sucht man diesen Schatz im Acker.
Man weis, dass er irgendwo im Acker versteckt ist.
Aber wo?
"Das Herz sagt, such im Glauben!"
"Suche Christus!"
Der Verstand sagt:
"Du weist, wo du >es< findest"
"Du weist, wo du anklopfen musst"
"Du weist, er wird dich nicht hinausstoßen"

Ja, das weis ich alles!

Doch sucht man selbst weiter.
Man sucht und sucht und sucht.
Obwohl man es selber eigentlich besser weis.

Doch was sucht man eigentlich?
Egal, weitersuchen!
...

Bibel lesen
Lobpreis
Beten
Gemeinschaft

Alles schön und gut.
Doch alles Wissensaneignung.

Das Herz sagt:
"Ich will dabei sein!"
Der Verstand:
"Nee lass, ich sorge für uns beide!"

...

Irgendwann vergisst man warum man sucht.
Geschweige denn was man sucht.
Man hört auf zu suchen.
Aber man ist in einer stetigen Unruhe.
Eine Unruhe im Herzen.
Eine Unruhe, die weis, dass da noch mehr ist.
Der Verstand weis, dass da noch mehr ist.
Der Verstand weis viel über den, der da noch ist.
Aber was fehlt eigentlich?

Ich bete - doch es bleibt leer.
Warum? Weil man nichts auf dem Herzen hat.
Ich lese Bibel - doch bleibt es nur Verstandessache.
Was fehlt? Es sagt mein Herz nichts!
Mein Herz muss festbleiben in Gott!
Doch wenn das meiste nur Verstand ist, was soll das alles?
Ich mache Lobpreis, doch wird der auch immer leerer.
Was fehlt? Mein Fels fehlt.
Ich habe Gemeinschaft mit anderen Christen,
doch seh ich was trennt.

Man wird innerlich erregt, gegen das was die haben.
Der Verstand sagt:
"Das hast du auch!"
Ich sage: "Ich weis, in Christus!"
Das Herz? - Es ist dagegen aufgebracht.
Wie können die so... und ich was soll das hier eigentlich?
Wieso und überhaupt... wie jetzt?

Was habe ich verloren?
Was vergessen?

ODER:
Was will Gott mir damit sagen?
Was möchte er mir zeigen?

Gott zeigt mir mein Herz!
Gott zeigt mir den Unfrieden in meinem Herzen.
Gott zeigt, was ist, wenn ich mich von Gott abkehre.
Wenn mein Schatz nicht im Himmel ist - was dann?

Verstandeswissen ist schön und gut und kann das Herz eine sehr lange Zeit mit wirklich wichtigem Geistigen Wissen füttern und am Leben erhalten. Doch das sollte nicht so sein. Was das Herz wirklich braucht ist Ruhe und Frieden.
Doch nicht irgendetwas, sondern etwas bestimmtes.

Wie bin ich darauf endlich gekommen?
Ganz einfach, ich habe mich mit dem Thema "Friede" auseinandergesetzt. Welcher Faden zieht sich durch die Bibel bezüglich dieses Themas?

Im AT ist ganz klar der Begriff Shalom zu finden und ist Akzentuiert mit:
- vollkommen, unversehrt sein/ leben
- wohlbefinden & geistliches gedeihen
- das Verhältnis zwischen 2 Personen

Es ist wichtig zu wissen, dass das AT ganz klar sagt, das Friede nichts ist, was Menschen in dieser Form schaffen können, denn Friede ist immer Geschenk und Gabe Gottes. Und diesen Frieden haben die Gottlosen nicht.

Also bedeutet das für mich, dass mein Verhältnis zu Gott noch nicht in Ordnung ist?
Oder es bedeutet, dass Gott genau jetzt etwas in Ordnung bringen will!

Wie auch immer.
Die Sünde hat genau dieses Friedensverhältnis gestört.
Und genau da klingeln bei mir die Glocken!
Wie lange kämpfe ich schon in meinem Gewissen mit Sünden, Vergebung, ...
Ist bestimmt schon ewig lange!
Man selber kennt das Evangelium, auf das das AT hinweist.
Doch jedes mal, wenn ich in irgendeiner Form sündige, und sei es nur das kleinste, schreit mein Gewissen mich an. Mein Verstand verweis mich immer wieder auf Christus, der schon im AT Verhießen wird, von dem gesagt wird dass er der Friede-Fürst ist. Derjenige, der Frieden gibt.
Doch wie? Immer wieder muss ich mir das Evangelium selbst zureden. Das hilft definitiv... bis zu nächsten Sünde.
Das gesammte Prozedere ist wie ein innerer Kampf. Ein schier endloser Kampf. Ich stieg nach und nach hinter die Bedeutung Christi Opfertot, das das ein für alle mal ist, dass alle meine Sünden abgewaschen sind, dass das nicht durch meine Gegenwärtige Sünden aufgehoben werden kann.
Aber ist das "alles" fragte ich mich?
Wieso habe ich darüber immer noch unruhe?
Die Taten sind mir vergeben... damals schon an Christi Kreuz...
Ich wurde von ihm aus dem Status des Sünders gerettet.
Der Sünder ist gerechtfertigt, darum ist er auferstanden - eben zu meiner Rechtfertigung?
Warum also noch so unruhig?

Nun, mein Herz muss das auch glauben!
Wahrheit ist schließlich nicht allein für den Verstand da, sondern auch für das Herz.
Wieder half mir für mich das Verständnis von der Ewigkeit des Wortes Gottes.
Was im AT verheißung ist, beginnt nun hier in Erfüllung zu treten und ist in Jesus Christus vollkommen da.
Vergebung ist mehr als nur Abwaschen, Vergebung ist mehr als nur das abwesend sein von Sünde. Vergebung ist hineinversetzen in die Gotteskindschaft, die ewig bestand hat. Vergebung ist Gottes Wohnung sein - eben der Tempel des Heiligen Geistes. EIne neue Kreatur. Ein jemand, der von Gott erwählt wurde.
Doch wie das alles?
Wer sich als gerechtfertigter Sünder weis, lebt in dem Frieden. Man muss Gottes Urteil auf sich beziehen und genau darin den Frieden finden. Genau in der Verdammung - in dem Fluch des Kreuzes - Gott finden, der es für mich und damit mich mit hineingenommen hat.
Man hat quasi in Jesus Christus Gottes eigenes Wort, dass der Friede wieder hergestellt ist. Der Friede zwischen Gott und Mensch.
Was ist dieser Friede?
Dieser Friede ist Gewissheit.
Gewissheit, die sagt, dass zwar der SÜnde Sold der Tot ist, aber der tot durch Jesus Christus kein Stachel mehr hat, weil Christu das alles ERFÜLLT hat und mich da mit hineingenommen hat.
Das alles, was mich anklagt, wo ich mich selber anklage
-
weg!

Der Verstand wusste es. Mehr aber auch nicht.
Das Herz?
Das muss es glauben!
Wirklich?
Nein!
Wenn das Herz das glaubt, wird es Wirklichkeit, Realität;
es wird eben Gegenwärtig, was Zukünftig offenbar wird, aber von Ewigkeit her beschlossen ist.

"Den Frieden lasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch.
Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.
Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht."

Durch Jesus Christus selbst haben wir Frieden.
Frieden mit Gott.
Frieden im Herzen.
Keine Anklage mehr.
Selbstanklage wird zu frommen Unglauben!


Bist du im Frieden mit Gott?
Oder ist da noch Anklage?
Kläre das!

Jünger Jesu Christi folgen dem Beispiel ihres Meisters.
Sie bringen das Evangelium des Friedensschlusses Gottes mit den Menschen
zu den Menschen.
Sie sind eben Botschafter und damit Friedensstifter Gottes.
Doch noch viel mehr.
Der Zustand des Herzens, welches aus der Anklage durch Gott selber herausgekommen ist, kann nicht einfach für sich bleiben.
Das Herz will, dass andere da auch mit hineingenommen werden!
Genau das ist das, was Gott auf dem Herzen liegt.

Shalom!

3 Kommentare:

  1. Wenn mich ein Gebet bewegt hat in all den Jahren - und gerade in dieser schweren Zeit, dann dieses:

    Ich überlasse mich dir, heiliger Gott, und bitte dich:
    Mach ein Ende aller Unrast.

    Meinen Willen lasse ich dir.
    Ich glaube nicht mehr, daß ich selbst verantworten kann, was ich tue und was durch mich geschieht.
    Führe du mich und zeige mir deinen Willen.

    Meine Gedanken lasse ich dir.
    Ich glaube nicht mehr, daß ich so klug bin, mich selbst zu verstehen, dieses ganzes Leben oder die Menschen.
    Lehre mich, deine Gedanken denken.

    Meine Pläne lasse ich dir.
    Ich glaube nicht mehr, daß mein Leben seinen Sinn findet in dem, was ich erreiche von meinen Plänen.
    Ich vertraue mich deinem Plan an, denn du kennst mich.

    Meine Sorgen um andere Menschen lasse ich dir.
    Ich glaube nicht mehr, daß ich mit meinen Sorgen irgendetwas bessere. Wozu soll ich mich sorgen? Das liegt allein an dir.

    Die Angst vor der Übermacht der anderen lasse ich dir.
    Du warst wehrlos zwischen den Mächtigen.
    Die Mächtigen sind untergegangen. Du lebst.

    Meine Furcht vor meinem eigenen Versagen lasse ich dir.
    Ich brauche kein erfolgreicher Mensch zu sein, wenn ich ein gesegneter Mensch sein soll nach deinem Willen.

    Alle ungelösten Fragen, alle Mühe mit mir selbst, alle verkrampften Hoffnungen lasse ich dir.
    Ich gebe es auf, gegen verschlossene Türen zu rennen, ich warte auf dich. Du wirst sie öffnen.

    Ich lasse mich dir.
    Ich gehöre dir, Gott.
    Du hast mich in deiner Hand. Ich danke dir.

    (Jörg Zink, aus: „Wie wir beten können“, Stuttgart 1991, S191)

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  2. Kapitulation in der Hingabe an ein Gegenüber hin zum sich bestimmen lassen, in der Hoffnung auf Gutes. Gleichzeitig gemixt mit der Gewissheit der Glaubensdefinition aus Hebräer 11,1 .
    Im Endeffekt bedeutet das für das Herz, dass der Herr es macht, sich um einen kümmert, eben diesen Frieden schenkt um zur Ruhe zu kommen.
    Ruhe weg vom eigenen WIllen hin zur Geborgenheit in Gottes Willen.
    Ruhe die alle Gedanken Gott übergibt, die sich nicht mehr richten lassen, weil sie bei Gott sind und nun erwartet, dass Gott handelt und bessert, da man selber sich nicht an dieser Stelle bessern kann
    Ruhe in den eigenen Plänen. Man sieht Gottes Pläne schlecht bis gar nicht, manchmal offensichtlich. Doch weis man, nicht mein Wille geschehe, sondern Gottes Wille - also eigentlich das allerbeste.
    Ruhe, die weg von den eigenen Sorgen geht und sich nicht um diese scheren bracuht, weil sie in Gottes Hand sind.
    Ruhe, weg von der Angst vor den anderen. Alles muss erst an Christus vorbei. Und Christus hat dieses Zermürben zwischen den mächtigen selbst erleiden müssen.
    Ruhe weg von den Ungelösten Fragen, weg von der Mühsal, weg von Verkrampften Hoffnungen hin in GOttes Hände hinein.

    Das Gebet gefällt mir, wenn es auch unvollständig ist ...
    Das, was mir am meisten Kraft gibt ist folgendes:
    Vater unser im Himmel,
    geheiligt werde Dein Name!
    Dein Reich komme!
    Dein Wille geschehe! Wie im Himmel, so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns Heute.
    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Denn,
    Dein ist das Reich
    und die Kraft
    und die Herrlichkeit
    in Ewigkeit.
    Amen!

    Dieses Gebet deckt noch viel mehr ab, als das von Jörg Zink ...
    Aber das muss jeder selber herausfinden, wie tief das Geheimnis des Vater Unser ist.

    Doch auch das Aposolische Glaubensbekenntnis ist an dieser Stelle nicht ohne.
    Wahrheit dem eigenen Herzen wieder zusprechen in der Gewissheit, dass das herz weis, dass es Wahrheit ist, kann genau das Glaubensbekenntnis zu einer Glaubensstärkung machen.

    Greetz!

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  3. Ich habe es schon immer gewusst: Streite dich nie mit einem Theologen, er weiß es immer noch ein bisschen besser ;-)

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